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Bronchopulmonale Dysplasie

Hintergrund und Definition

Als Bronchopulmonale Dysplasie (BPD) wird die chronische Lungenerkrankung des Früh- und Neugeborenen bezeichnet, deren Folgen für die pulmonale und neurologische Entwicklung bis in das Erwachsenenalter reichen. Die Mehrzahl der Säuglinge, die eine BPD entwickeln, wurden mehr als 10 Wochen zu früh geboren und wogen zum Zeitpunkt der Geburt weniger als 1500 g. In diesem Kollektiv können bis zu 30 % der Kinder im weiteren Verlauf eine BPD entwickeln. Die meisten litten hierbei direkt nach der Geburt unter einem sogenannten Atemnotsyndrom, für das die Kinder eine Sauerstofftherapie oder eine Beatmung benötigt haben. Auch im Rahmen von Atempausen durch die Unreife des Gehirns der frühgeborenen Kinder kann eine Atemunterstützung notwendig werden.  Die Diagnose der chronischen Lungenerkrankung (BPD) wird im Alter von 4 Lebenswochen (milde Form) oder bei Erreichen der 36. Schwangerschaftswoche (mittlere bis schwere Form)bei den Kindern gestellt, die zu diesem Zeitpunkt noch eine Atemunterstützung oder Sauerstofftherapie benötigen. Ein Anteil der Kinder mit einer BPD benötigt über diesen Zeitpunkt hinaus eine längerfristige Atemunterstützung oder Sauerstofftherapie. Außerdem erhöht sich das Risiko für virale Infekte und andere pulmonale Komplikationen in den ersten zwei Lebensjahren und gegebenenfalls darüber hinaus.

Entstehung

Die Säuglinge,  die im weiteren Verlauf eine BPD entwickeln, leiden direkt nach der Geburt an einem Atemnotsyndrom (RDS = respiratory distress syndrome). Grund hierfür ist die strukturelle Unreife der Lunge sowie der Mangel an dem sogenannten Surfactant (surface active agent), das den Kollaps der Lungenbläschen bei der Ausatmung verhindern soll. Ohne die richtige Behandlung des RDS kommt es somit durch die pulmonalen Probleme zu schweren  Sauerstoffmangelzuständen, die zu einer Schädigung des Gehirns und anderer Organe führt. Die Früh- und Neugeborenen mit einem RDS werden zum einen mit Surfactant behandelt und benötigen darüber hinaus meist eine Sauerstofftherapie und Atemunterstützung.  Infektionen, die kurz vor oder nach der Geburt auftreten, können das Risiko für die Entwicklung der BPD erhöhen.  Einige der Säuglinge, die initial an einem RDS leiden, entwickeln in der Folge dann die Zeichen einer chronischen Lungenerkrankung, der bronchopulmonalen Dysplasie (BPD).

Ausblick

Fortschritte in der Behandlung ermöglichen es heutzutage vielen Frühgeborenen zu überleben. Mit der Zunahme der Überlebensrate nehmen somit aber auch die Risiken für die Entwicklung chronischer Probleme wie der BPD zu. Einige Säuglinge  mit einer BPD stabilisieren sich im Laufe des ersten oder zweiten Lebensjahres, andere  aber leiden zum Teil bis in das Erwachsenenalter an den Folgen der Erkrankung.  Neben dem erhöhten Risiko für die Entwicklung von anderen auch neurologischen Komplikationen in diesen Patienten gibt es darüber hinaus Bedenken, ob Menschen, die an einer BPD gelitten haben, besonders empfänglich für die Entwicklung von Lungenproblemen durch andere Einflüsse wie zum Beispiel das Rauchen sind oder  einen frühen Abbau der Lungenfunktion im Alter zeigen.

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